Semperit startet Jahr 2018 mit verbessertem Ergebnis bei leichtem Umsatzrückgang

25.05.2018 (Presseinformation)

  • Konzernumsatz von 220,9 Mio. EUR um 3,7% unter Vorjahresniveau
  • Umsatz wächst im Sektor Industrie um 0,5% und sinkt im Sektor Medizin aufgrund geringeren Absatzvolumens um 10,3%
  • Operativer EBITDA-Anstieg gegenüber Ergebnis der Vorjahresperiode (bereinigt um Sondereffekte) um 83,3% auf 15,8 Mio. EUR, EBITDA-Marge steigt von 4,2% (bereinigt) auf 7,1%
  • EBIT 6,0 Mio. EUR, EBIT-Marge von 0,7% (bereinigt) auf 2,7% verbessert

Wien/Österreich, 25. Mai 2018 – Bei leichten Umsatzeinbußen konnte die börsennotierte Semperit Gruppe im ersten Quartal 2018 ihr operatives Ergebnis verbessern. „Wir blicken auf ein ertragsseitig starkes erstes Quartal zurück“, sagt Dr. Martin Füllenbach, Vorstandsvorsitzender der Semperit AG Holding. „Dies soll nicht darüber hinwegtäuschen, dass wir uns nach wie vor in einer schwierigen Situation befinden. Ein erfolgreiches Quartal ist kein gelungener Turnaround. Mich freut aber, dass einzelne Maßnahmen, die wir seit dem Start unseres umfassenden Restrukturierungs- und Transformationsprozesses initiiert haben, zu greifen beginnen.“

Die Geschäftsentwicklung im ersten Quartal war einerseits von positiven Faktoren wie der fortwährenden globalen Wachstumsdynamik und günstigen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen geprägt. Andererseits sorgten jedoch steigende Inflation und massive Währungsentwertungen in einigen der großen aufstrebenden Volkswirtschaften zunehmend für Unsicherheit an den Rohstoff- und Finanzmärkten. In den vergangenen Monaten hat sich ein verstärkter Wettkampf bei einigen der von Semperit benötigten Rohstoffe herausgebildet.

Semperflex und Semperform konnten sich im ersten Quartal 2018 gut behaupten und die abgesetzten Volumina steigern. Hingegen kam es im Sektor Medizin wie auch bei Sempertrans zu Absatzrückgängen.

Der Konzernumsatz lag im ersten Quartal 2018 mit 220,9 Mio. EUR um 3,7% unter jenem der Vorjahresperiode, wobei der Sektor Industrie eine Umsatzsteigerung von 0,5% erzielte. Dem entgegen stand ein Umsatzrückgang im Sektor Medizin um 10,3%.

Das EBITDA stieg im Vergleich zu dem um Sondereffekte aus der Joint Venture Transaktion bereinigten Wert im ersten Quartal 2017 um 83,3% auf 15,8 Mio. EUR und die bereinigte EBITDA-Marge von 4,2% auf 7,1% im ersten Quartal 2018. Entsprechend positiv entwickelte sich auch das EBIT, das von 1,5 Mio. EUR (bereinigter Wert des ersten Quartals 2017) auf 6,0 Mio. EUR stieg. Die EBIT-Marge erhöhte sich von 0,7% auf 2,7%. Das Ergebnis nach Steuern verringerte sich von –2,0 Mio. EUR (bereinigter Wert des ersten Quartals 2017) auf –2,6 Mio. EUR im gleichen Zeitraum 2018. Das Ergebnis je Aktie betrug damit in der relevanten Berichtsperiode für 2018 –0,14 EUR nach –0,10 EUR (bereinigter Wert des ersten Quartals 2017).

Die zahlungswirksamen Investitionen in Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte lagen im ersten Quartal 2018 mit 24,5 Mio. EUR um 12.7% über dem Vorjahresniveau von 21,7 Mio. EUR. Den Schwerpunkt bildeten Erweiterungs- und Optimierungsinvestitionen in den Segmenten Semperflex (Erweiterung der Schlauchproduktion am Standort Odry, Tschechien) und Sempertrans (vor allem zur Erweiterung des Mischbetriebes in Belchatow, Polen).

Mit einer Eigenkapitalquote von 43,7% (Jahresende 2017: 32,6%) verfügte Semperit zum Bilanzstichtag über eine weiterhin solide Kapitalausstattung, die durch die Vereinbarung einer Hybridkapital-Linie mit dem Kernaktionär im Dezember 2017 weiter gestärkt wurde. Das Hybridkapital ist bilanzrechtlich nach den Vorschriften der IFRS als Eigenkapital zu qualifizieren. Im März 2018 erfolgte die Aufnahme von 130,0 Mio. EUR aus dem Hybridkapital. Die liquiden Mittel lagen per 31. März 2018 bei 213,9 Mio. EUR und damit deutlich über dem Niveau per Jahresende 2017 von 165,5 Mio. EUR.

Aufgrund des negativen Ergebnisses nach Steuern im Jahr 2017 und der Fortsetzung des Restrukturierungs- und Transformationsprozesses hat die Hauptversammlung am 25. April 2018 mehrheitlich beschlossen, für das Jahr 2017 keine Dividende (2016: 0,70 EUR je Aktie) auszuschütten.

Sektor Industrie: Höherer Absatz und steigendes Ergebnis

Der Sektor Industrie (Segmente Semperflex, Sempertrans und Semperform) entwickelte sich weiterhin differenziert. Die Absatzzahlen (verkaufte Volumina) bei Semperflex und Semperform stiegen im Gegensatz zu jenen bei Sempertrans. Der Umsatz wuchs um 0,5% auf 140,9 Mio. EUR, wobei der größte Anteil auf das Segment Semperflex zurückzuführen ist. Das EBITDA verbesserte sich gegenüber dem Vorjahr um 9,1% auf 18,8 Mio. EUR und das EBIT um 6,2% auf 13,1 Mio. EUR. Entsprechend erhöhte sich die EBITDA-Marge um 1,0 Prozentpunkte auf 13,3% und die EBIT-Marge um 0,5 Prozentpunkte auf 9,3%.

Sektor Medizin: Rückläufiger Absatz

Die Entwicklung des Segments Sempermed im Sektor Medizin war durch ein kompetitives Marktumfeld gekennzeichnet. Der Rückgang des Umsatzes um 10,3% wurde geprägt von einer geringeren Absatzentwicklung als Folge des veränderten Fokus auf profitablere Kundensegmente sowie des Konkurrenzdrucks.

Dabei wurde das eingeleitete Kostensenkungsprogramm (Produktion, Marketing, Vertrieb) für das Segment fortgesetzt. In Summe war die Ergebnisentwicklung im ersten Quartal 2018 maßgeblich durch den rückläufigen Absatz geprägt. Im Vergleich mit den bereinigten Werten des Vorjahres lagen EBITDA mit 1,4 Mio. EUR und EBIT mit –2,2 Mio. EUR im ersten Quartal 2018 zwar über den Vorjahreswerten, jedoch weiterhin auf niedrigem Niveau.

Veränderungen in der Organisationsstruktur zur Unterstützung der Transformation

Die Komplexität der Restrukturierung und die Vielzahl der Handlungsfelder erfordern auch im Bereich der Organisationsstruktur eine Optimierung und verstärkte Fokussierung: Daher hat Martin Füllenbach neben der Gesamtverantwortung für den Sektor Industrie und den Transformationsprozess auf Vorstandsebene auch die Zuständigkeit für das Thema Pricing übernommen, das nun zentral gesteuert wird.

Der ebenfalls im Zentrum der Restrukturierungsmaßnahmen stehende Bereich Procurement wird nun von Chief Financial Officer (CFO) Frank Gumbinger verantwortet. Michele Melchiorre, Chief Operating Officer (COO) der Semperit AG Holding, hat zusätzlich zu seinen bisherigen Aufgaben die Leitung des Sektors Medizin übernommen.

Der Aufsichtsrat hat außerdem beschlossen, das Vorstandsmandat von Michele Melchiorre bis zum 31.05.2022 zu verlängern. Damit ist eine kontinuierliche Verantwortung und Umsetzung des Transformationsprozesses im Segment Sempermed auf Vorstandsebene über die geplante Transformationsdauer hinaus sichergestellt.

Ausblick 2018

Im weiteren Verlauf des Restrukturierungs- und Transformationsprozesses wird der Vorstand Schritt für Schritt entscheiden, ob es Änderungen im Portfolio der bestehenden Segmente sowie weitere Anpassungen im Produktionsfootprint geben wird. Fortlaufende und potenziell neue Maßnahmen zur Erhöhung der Rentabilität und zur Stärkung der Bilanzstruktur stehen unverändert ganz oben auf der Agenda des Vorstands. Daher können weitere erhebliche Einmalbelastungen neben den bereits gesetzten und den noch in Analyse befindlichen Maßnahmen auch in den nächsten Quartalen nicht ausgeschlossen werden. Aus diesen Gründen ist das Jahr 2018 als Übergangsjahr zu sehen. Bedingt durch die angeführten Entwicklungen bleibt der Ausblick für die nächsten Quartale ausgesetzt.

Semperit fokussiert weiterhin auf organisches Wachstum. Neben den laufenden Optimierungsmaßnahmen im Segment Sempermed hat Semperit zu Jahresbeginn weitere Umsetzungsschritte bei Sempertrans und Semperform gestartet. Im Segment Semperflex und im Mischbetrieb (Mixing) stehen die Beschleunigung der profitablen Umsetzung der unverändert erforderlichen Investitionsprojekte und des damit verbundenen organischen Wachstumskurses im Vordergrund. Die Investitionen in den Ausbau der Kapazitäten werden daher fortgesetzt. Insgesamt sind für das Jahr 2018 Anlageninvestitionen (CAPEX) von rund 80 Mio. EUR (2017: 74,5 Mio. EUR) vorgesehen.

Seit dem Start des Analyse- und Transformationsprozesses im Herbst 2017 hat der Vorstand signifikante Potenziale zur Ergebnisverbesserung identifiziert und entsprechende Umsetzungsmaßnahmen in die Wege geleitet. Der Abschluss der Transformation der Semperit Gruppe ist für Ende 2020 geplant. Ab diesem Zeitpunkt soll die Semperit Gruppe als zentrale Steuerungsgröße eine EBITDA-Marge von rund 10% erzielen.

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Über Semperit
Die börsennotierte Semperit AG Holding ist eine international ausgerichtete Unternehmensgruppe, die in den Sektoren Medizin und Industrie hochspezialisierte Produkte aus Kautschuk entwickelt, produziert und in über 100 Länder weltweit vertreibt: Untersuchungs- und Operationshandschuhe, Hydraulik- und Industrieschläuche, Fördergurte, Rolltreppen-Handläufe, Bauprofile, Seilbahnringe und Produkte für den Eisenbahnoberbau. Die Zentrale des österreichischen Traditionsunternehmens, das seit 1824 besteht, befindet sich in Wien. Die Semperit Gruppe beschäftigt weltweit rund 6.800 Mitarbeiter, davon rund 3.700 in Asien und mehr als 800 in Österreich (Wien und Produktionsstandort Wimpassing, Niederösterreich). Zur Gruppe gehören weltweit 16 Produktionsstandorte sowie zahlreiche Vertriebsniederlassungen in Europa, Asien, Australien und Amerika. Im Geschäftsjahr 2017 erzielte der Konzern einen Umsatz von 874,2 Mio. EUR sowie ein bereinigtes EBITDA (ohne Sondereffekte) von 35,8 Mio. EUR.


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