Transformationsmaßnahmen führen zu deutlicher operativer Ergebnisverbesserung in Q1-Q3 20191

21.11.2019 (Presseinformation)

  • Konzernumsatzrückgang um 2,7% auf 652,2 Mio. EUR
  • Leichter Umsatzrückgang um 1,5% im Sektor Industrie sowie etwas deutlicher um 4,9% im Sektor Medizin
  • EBITDA stieg um 23,1% (nach Sondereffekten in Q2’2018) auf 56,4 Mio. EUR, die EBITDA-Marge von 6,8% (bereinigt) auf 8,6%
  • Veröffentlichung des Konzernzwischenberichtes wegen etwaigem Wertminderungsbedarf bei Sempermed aufgeschoben
  • Nach Segmenten unterschiedlich ausgeprägter Rückgang in Auftragsbüchern deutet auf Rezession hin

Wien/Österreich, 21. November 2019 – Die börsennotierte Semperit-Gruppe hat das operative Ergebnis bei steigender Rentabilität auf EBITDA-Ebene auch in den ersten drei Quartalen 2019 deutlich verbessert; die Umsatzentwicklung war leicht rückläufig. „Wir haben im bisherigen Jahresverlauf einen großen Schritt nach vorne gemacht, unser konsequentes Restrukturierungs- und Transformationsprogramm greift. Auch der Sektor Medizin liefert im zweiten aufeinanderfolgenden Quartal einen positiven EBITDA-Beitrag auf Basis der operativen Performancesteigerung“, kommentiert Dr. Martin Füllenbach, Vorstandsvorsitzender der Semperit AG Holding, den verkürzten Bericht. „Ungeachtet dieser Aufwärtstendenz hat sich die Situation im Sektor Medizin angesichts des hochkompetitiven Marktumfelds weiter verschärft; unsere relative Wettbewerbsposition hat sich zuletzt deutlich verschlechtert. Vor diesem Hintergrund prüfen wir strategische Optionen für den Sektor Medizin.“

Die deutliche Profitabilitätssteigerung in den ersten drei Quartalen gelang im Umfeld zunehmend gedämpfter globaler Konjunkturentwicklungen und Handelskonflikte. Dies führte in weiten Industriekreisen zu Unsicherheiten im Hinblick auf zukünftige Investitionsentscheidungen und verstärkt die Angst vor einer Rezession. Die Rohstoffmärkte haben sich im Vergleich zum Vorjahr weiter entspannt, dennoch beobachtet Semperit bei einigen Materialien weiterhin intensiven Wettbewerb. Gleichzeitig ist Semperit als Ergebnis des Transformationsprogrammes und proaktiver Maßnahmen nunmehr auch kurzfristig in der Lage, auf Konjunkturschwankungen angemessen reagieren zu können.

Profitabilitätsanstieg in allen Segmenten

Die Geschäftsentwicklung im Sektor Industrie verlief erneut unterschiedlich. Während bei Semperflex und Semperform nur eine geringfügigere Reduktion des Umsatzes zu verzeichnen war, fiel bei Sempertrans der Umsatzrückgang vor allem aufgrund des Paradigmenwechsels von einer Volumensstrategie hin zu einem differenzierten Kunden-/Produktansatz höher aus. Die Profitabilität konnte durch die positiven Effekte der Initiativen aus dem Restrukturierung- und Transformationsprogramm in den Segmenten des Sektors Industrie durchgehend gesteigert werden.

Die Verringerung des Umsatzes im Sektor Medizin hingegen beruht vorwiegend auf einem Rückgang der abgesetzten Mengen. Die Geschäftsentwicklung war durch die strategische Entscheidung zur verstärkten Eigenproduktion anstelle von Handelsware und einen sich fortsetzenden Trend zu Nitrilhandschuhen gekennzeichnet. Die Auftragslage gerät zunehmend unter Druck, da aufgrund der schwierigen Markt- und Preissituation einige wesentliche Kunden ihre Lagerbestände optimieren oder die Lieferantenbasis erweitern.

Der Konzernumsatz verzeichnete in den ersten drei Quartalen 2019 einen Rückgang von 2,7% auf 652,2 Mio. EUR im Vergleich zum entsprechenden Vorjahreszeitraum. Dabei verringerte sich der Umsatz im Sektor Industrie um 1,5% auf 426,2 Mio. EUR und im Sektor Medizin um 4,9% auf 226,0 Mio. EUR.

EBITDA bis Q3 2019 übertrifft EBITDA des Gesamtjahres 2018

Das EBITDA (Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen) stieg von 41,9 Mio. EUR in den ersten drei Quartalen 2018 (oder 45,8 Mio. EUR, bereinigt um den negativen Sondereffekt von 3,9 Mio. EUR aus der Schließung des Sempertrans-Standortes in China für die ersten drei Quartale 2018) auf 56,4 Mio. EUR in den ersten drei Quartalen 2019. Damit konnte bereits am Ende des dritten Quartals der Gesamtjahreswert 2018 übertroffen werden. Die EBITDA-Marge stieg von bereinigten 6,8% auf 8,6% in den ersten drei Quartalen 2019 und spiegelt damit die durch den Restrukturierungs- und Transformationsprozess verbesserte Profitabilität wider.

Die zahlungswirksamen Investitionen in Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte lagen in den ersten drei Quartalen 2019 mit 25,1 Mio. EUR unter dem Vorjahresniveau von 57,7 Mio. EUR.

Sektor Industrie: Transformationsprozess wirkt deutlich

Die konjunkturbedingt rückläufige Marktnachfrage machte sich unter anderem im Sektor Industrie (Segmente Semperflex, Sempertrans und Semperform) bemerkbar. In Summe sank der Umsatz des Sektors von 432,7 Mio. EUR um 1,5% auf 426,2 Mio. EUR in den ersten drei Quartalen 2019. Das EBITDA nahm um +34,0% auf 74,7 Mio. EUR zu und übertraf damit nach nur neun Monaten bereits den Gesamtjahreswert 2018. Die EBITDA-Marge verbesserte sich von 12,9% auf 17,5%.

Sektor Medizin: Weitere operative Fortschritte

Im Segment Sempermed ging der Umsatz in den ersten drei Quartalen 2019 gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 4,9% auf 226,0 Mio. EUR zurück. Aufgrund der bisher erfolgreichen Umsetzung von operativen Restrukturierungsmaßnahmen konnte die Profitabilität erneut gesteigert werden, wodurch das EBITDA nach einem negativen ersten Halbjahr erstmals wieder ins Positive drehte: Das EBITDA lag in den ersten drei Quartalen 2019 bei 1,5 Mio. EUR nach –0,8 Mio. EUR im Vergleichszeitraum des Vorjahres.

Ausblick 2019

Der Semperit-Vorstand führt den eingeschlagenen Restrukturierungs- und Transformationsprozess mit aller Konsequenz weiter. Gleichzeitig sind die Auswirkungen der globalen Konjunkturabschwächung deutlich spürbar. Dies wird in rückläufigen Auftragsbüchern der Segmente in unterschiedlicher Ausprägung sichtbar und wird sich voraussichtlich in den Ergebnissen, insbesondere im ersten Halbjahr 2020, belastend auswirken. Das Wettbewerbsumfeld des Sektors Medizin hat sich jüngst signifikant verschärft, woraus sich – wie bereits am 13. November 2019 bekanntgegeben – ein wesentlicher Wertminderungsbedarf im Sektor Medizin ergeben kann. Nicht zuletzt vor diesem Hintergrund prüft der Vorstand strategische Optionen für den Sektor Medizin.

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1) Die Zahlen für Q1-3 2019 sind vorläufig. Semperit hat am 13. November 2019 bekanntgegeben, dass neue Erkenntnisse zum Wettbewerbsumfeld des Medizingeschäftes gewonnen wurden, aus denen sich ein wesentlicher Wertminderungsbedarf im Sektor Medizin ergeben kann. Daher wurde die heutige Berichterstattung für die ersten drei Quartale verkürzt. Der Konzernzwischenbericht zum 30. September 2019 wird präsentiert, wenn ein etwaiger Wertminderungsbedarf feststeht; der Veröffentlichungstermin wird gesondert bekannt gegeben. Durch werterhellende Ereignisse nach dem Abschlussstichtag können sich die in dem heutigen verkürzten Bericht präsentierten Zahlen bis zur Genehmigung zur Veröffentlichung noch ändern.


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Über Semperit
Die börsennotierte Semperit AG Holding ist eine international ausgerichtete Unternehmensgruppe, die in den Sektoren Medizin und Industrie hochspezialisierte Produkte aus Kautschuk entwickelt, produziert und in über 100 Länder weltweit vertreibt: Untersuchungs- und Operationshandschuhe, Hydraulik- und Industrieschläuche, Fördergurte, Rolltreppen-Handläufe, Bauprofile, Seilbahnringe und Produkte für den Eisenbahnoberbau. Die Zentrale des österreichischen Traditionsunternehmens, das seit 1824 besteht, befindet sich in Wien. Die Semperit Gruppe beschäftigt weltweit rund 7.100 Mitarbeiter, davon rund 3.800 in Asien und rund 900 in Österreich (Wien und Produktionsstandort Wimpassing, Niederösterreich). Zur Gruppe gehören weltweit 14 Produktionsstandorte sowie zahlreiche Vertriebsniederlassungen in Europa, Asien, Australien und Amerika. Im Geschäftsjahr 2018 erzielte der Konzern einen Umsatz von 878,5 Mio. EUR sowie ein bereinigtes EBITDA (ohne Sondereffekte) von 50,3 Mio. EUR.


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