Semperit: Operatives Ergebnis in den ersten neun Monaten 2018 erneut verbessert

21.11.2018 (Presseinformation)

  • Konzernumsatz von 670,3 Mio. EUR auf Vorjahresniveau
  • Sektor Industrie gewann an Dynamik und konnte Umsatz um 5,6% auf 432,7 Mio. EUR steigern; Umsatzrückgang von 8,7% im Sektor Medizin
  • Um negative Sondereffekte bereinigtes EBITDA stieg um 39,1% auf 45,8 Mio. EUR, bereinigte EBITDA-Marge von 4,9% auf 6,8%
  • Um Sondereffekte bereinigtes EBIT auf 17,5 Mio. EUR mehr als verdoppelt, bereinigte EBIT-Marge verbesserte sich von 1,2% auf 2,6%

Wien/Österreich, 21. November 2018 – Das operative Ergebnis (bereinigtes EBIT) der börsennotierten Semperit Gruppe ist in den ersten neun Monaten 2018 bei stabilen Umsätzen weiter angewachsen: „Wir sehen deutliche Fortschritte, die sich insbesondere im Sektor Industrie manifestieren“, sagt Dr. Martin Füllenbach, Vorsitzender des Vorstands der Semperit AG Holding. „Die mehr als 600 Initiativen, die wir im Rahmen unseres Restrukturierungs- und Transformationsprozesses bisher gesetzt haben, leisten einen wesentlichen Beitrag zur operativen Ergebnisverbesserung. Auch auf der Personalseite haben wir in den vergangenen Monaten erhebliche Weichenstellungen vorgenommen und etwa die erste und zweite Führungsebene im Segment Sempertrans neu besetzt. Sempertrans konnte in diesem Quartal das beste Quartalsergebnis seit zwei Jahren erzielen.“

Die Geschäftsentwicklung war in den ersten neun Monaten 2018 von anhaltend positiver globaler Wachstumsdynamik und überwiegend günstigen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen geprägt, jedoch sorgten der eskalierende Handelskrieg zwischen den USA und China, steigende Inflation und massive Währungsabwertungen in einigen der großen aufstrebenden Volkswirtschaften zunehmend für Unsicherheit an den Rohstoff-und Finanzmärkten. Seit einigen Monaten ist ein verstärkter Wettkampf bei einigen der von Semperit benötigten Rohstoffe zu beobachten.

Im Sektor Medizin und im Segment Sempertrans waren geringere Umsätze zu verzeichnen, wobei dies bei Sempertrans unter anderem auf die Werksschließungen in Frankreich und China zurückzuführen ist. Hingegen konnten sich Semperflex und Semperform gut behaupten und einen Umsatzanstieg erzielen. Gleichzeitig wurden die laufenden Restrukturierungsmaßnahmen auf Konzernebene fortlaufend beschleunigt; dies führte zu einer Verbesserung der operativen Performance. Im Sektor Medizin hingegen war nicht nur ein Rückgang der abgesetzten Mengen zu verzeichnen, sondern musste zu Ende des 1. Halbjahres auch eine Wertminderung um 55,2 Mio. EUR vorgenommen werden. Diese wurde in den Halbjahreszahlen 2018 bereits voll berücksichtigt.

Der Konzernumsatz lag in den ersten neun Monaten mit 670,3 Mio. EUR auf Vorjahresniveau, wobei der Sektor Industrie eine Umsatzsteigerung von 5,6% erzielte, dem ein Umsatzrückgang im Sektor Medizin von 8,7% gegenübersteht. Bereinigt um den negativen Sondereffekt von 3,9 Mio. EUR aus der Schließung des Sempertrans-Standortes in China, stieg das EBITDA von 32,9 Mio. EUR auf 45,8 Mio. EUR und die bereinigte EBITDA-Marge von 4,9% auf 6,8%. Das ausgewiesene EBITDA lag in den ersten drei Quartalen 2018 bei 41,9 Mio. EUR, in den ersten drei Quartalen 2017 bei 97,8 Mio. EUR.

Entsprechend entwickelte sich auch das bereinigte EBIT sehr positiv und stieg von 7,9 Mio. EUR in den ersten neun Monaten 2017 auf 17,5 Mio. EUR im gleichen Zeitraum 2018, die bereinigte EBIT-Marge von 1,2% auf 2,6%. Das ausgewiesene EBIT lag in den ersten drei Quartalen 2018 bei -45,5 Mio. EUR nach 46,1 Mio. EUR (enthielt Sondereffekte aus der Joint Venture-Transaktion in Thailand) im Vergleichszeitraum 2017.

In Summe ergab sich ein bereinigtes Ergebnis nach Steuern von -9,9 Mio. EUR in den ersten drei Quartalen 2018 im Vergleich zum bereinigten Wert von -13,6 Mio. EUR im gleichen Zeitraum 2017. Das ausgewiesene Ergebnis von Jahresbeginn bis Ende September lag bei -72,9 Mio. EUR nach 4,9 Mio. EUR in der Vorjahresperiode. Das bereinigte Ergebnis je Aktie betrug in den ersten neun Monaten 2018 -0,48 EUR nach -0,66 EUR in den ersten drei Quartalen 2017, das ausgewiesene Ergebnis je Aktie lag bei -3,68 EUR nach 0,24 EUR.

Die zahlungswirksamen Investitionen in Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte lagen in den ersten neun Monaten 2018 mit 57,7 Mio. EUR über dem Vorjahresniveau von 55,8 Mio. EUR. Die Investitionsschwerpunkte bildeten Erweiterungs- und Verbesserungsinvestitionen in den Segmenten Semperflex (Erweiterung der Hydraulikschlauchproduktion am Standort Odry, Tschechien) sowie Sempertrans (vor allem zur Erweiterung des Mischbetriebes in Belchatow, Polen).

Mit einer Eigenkapitalquote von 39,7% (Jahresende 2017: 32,6%) verfügte Semperit zum Bilanzstichtag über eine weiterhin solide Kapitalausstattung, die durch die Vereinbarung einer Hybridkapital-Line mit dem Kernaktionär im Dezember 2017 gestärkt wurde. Das Hybridkapital ist bilanzrechtlich nach den Vorschriften der IFRS als Eigenkapital zu qualifizieren. Im März 2018 erfolgte eine Aufnahme von 130,0 Mio. EUR aus dem Hybridkapital. Die liquiden Mittel lagen per 30. September 2018 bei 185,3 Mio. EUR und damit über dem Niveau per Jahresende 2017 mit 165,5 Mio. EUR.

SEKTOR INDUSTRIE: DEUTLICH STEIGENDES ERGEBNIS
Der Sektor Industrie (Segmente Semperflex, Sempertrans und Semperform) entwickelte sich sehr differenziert. Die Absatzzahlen von Semperflex stiegen an, bei Semperform behielten sie ihr Niveau bei und bei Sempertrans gingen sie zurück. Der Umsatz stieg um 5,6% auf 432,7 Mio. EUR, wobei der bei weitem größte Anteil an der Steigerung auf das Segment Semperflex entfiel, gefolgt von Semperform. Sempertrans konnte trotz eines Umsatzrückgangs, der zum Teil auf die Werkschließungen in Frankreich und China zurückzuführen ist, das beste Quartalsergebnis der letzten zwei Jahre erzielen. Das EBITDA des Sektors Industrie verbesserte sich im Vergleich zum Vorjahresniveau um 79,9% auf 55,8 Mio. EUR und das EBIT um mehr als das Doppelte auf 35,3 Mio. EUR. Entsprechend erhöhte sich die EBITDA-Marge um 5,3 Prozentpunkte auf 12,9% und die EBIT-Marge um 4,2 Prozentpunkte auf 8,2%.

SEKTOR MEDIZIN: RÜCKLÄUFIGER UMSATZ NACH BEWUSSTEM STRATEGIEWECHSEL
Die Entwicklung des Segments Sempermed im Sektor Medizin war in den ersten neun Monaten 2018 weiterhin durch den sich verstärkenden Wettbewerbs- und Preisdruck aber auch durch den Rückgang abgesetzter Mengen durch einen bewussten Strategiewechsel mit Fokus auf Eigenprodukte mit höherer Marge gekennzeichnet. Dies resultierte in einer um 8,7% rückläufigen Umsatzentwicklung. Zusätzlich war die Ergebnisentwicklung durch die vorübergehend eingeschränkte Verfügbarkeit von Syntheselatex, Produktionsineffizienzen und schwierige Marktbedingungen, vor allem in Nordamerika, geprägt.

Im Ergebnis ist eine Wertminderung von 55,2 Mio. EUR (nur für das EBIT relevant) enthalten, die bereits im Halbjahresergebnis zum 30.06.2018 voll berücksichtigt wurde. Das bereinigte EBITDA für die ersten neun Monate 2018 betrug -0,8 Mio. EUR gegenüber 3,3 Mio. EUR in dem um die positiven Effekte der Joint Venture Transaktion bereinigten EBITDA im gleichen Zeitraum des Vorjahres. Das ausgewiesene EBIT lag bei -66,4 Mio. EUR verglichen mit 44,7 Mio. EUR in den ersten neun Monaten 2017. Der Sektor Medizin wird seit September von Dr. Felix Fremerey verantwortet, der vorher unter anderem in der Medizinprodukte-Branche tätig war.

AUSBLICK 2018
Im weiteren Verlauf des Restrukturierungs- und Transformationsprozesses wird der Vorstand Schritt für Schritt entscheiden, ob es Änderungen im Portfolio der bestehenden Segmente sowie weitere Anpassungen im Produktionsfootprint geben wird. Fortlaufende und potenziell neue Maßnahmen zur Erhöhung der Rentabilität stehen unverändert ganz oben auf der Agenda des Vorstands. Für das Jahr 2018 sind keine weitere erhebliche Einmalbelastungen zu erwarten, für das Jahr 2019 können diese jedoch nicht ausgeschlossen werden. Aus diesen Gründen ist das Jahr 2018 und auch das Jahr 2019 weiterhin als Übergangsjahr zu sehen. Bedingt durch die angeführten Entwicklungen bleibt der Ausblick für die nächsten Quartale ausgesetzt.

Semperit fokussiert sich zunächst auf organisches Wachstum, insbesondere im Sektor Industrie. Neben den laufenden Optimierungsmaßnahmen im Segment Sempermed hat Semperit zu Jahresbeginn weitere Umsetzungsschritte bei Sempertrans und Semperform gestartet. Auch Semperflex ist Bestandteil des Transformationsprozesses. Hier steht, wie auch im Mischbetrieb (Mixing), der organische Wachstumskurs nach der nunmehr erfolgten Umsetzung der Investitionsprojekte im Vordergrund. Insgesamt sind für das Jahr 2018 Investitionsausgaben (CAPEX) von rund 80 Mio. EUR (2017: 74,5 Mio. EUR) vorgesehen, für das Jahr 2019 werden Investitionsausgaben von 50 bis 60 Mio. EUR erwartet.

Seit dem Start des Analyse- und Transformationsprozesses im Herbst 2017 hat der Vorstand signifikante Potenziale zur Ergebnisverbesserung identifiziert und entsprechende Umsetzungsmaßnahmen in die Wege geleitet. Der Abschluss der Transformation der Semperit Gruppe ist für Ende 2020 geplant. Ab diesem Zeitpunkt soll die Semperit Gruppe als zentrale Steuerungsgröße eine EBITDA-Marge von rund 10% erzielen.

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Über Semperit
Die börsennotierte Semperit AG Holding ist eine international ausgerichtete Unternehmensgruppe, die in den Sektoren Medizin und Industrie hochspezialisierte Produkte aus Kautschuk entwickelt, produziert und in über 100 Länder weltweit vertreibt: Untersuchungs- und Operationshandschuhe, Hydraulik- und Industrieschläuche, Fördergurte, Rolltreppen-Handläufe, Bauprofile, Seilbahnringe und Produkte für den Eisenbahnoberbau. Die Zentrale des österreichischen Traditionsunternehmens, das seit 1824 besteht, befindet sich in Wien. Die Semperit Gruppe beschäftigt weltweit rund Mehr als 6.700 Mitarbeiter, davon rund 3.500 in Asien und rund 900 in Österreich (Wien und Produktionsstandort Wimpassing, Niederösterreich). Zur Gruppe gehören weltweit 15 Produktionsstandorte sowie zahlreiche Vertriebsniederlassungen in Europa, Asien, Australien und Amerika. Im Geschäftsjahr 2017 erzielte der Konzern einen Umsatz von 874,2 Mio. EUR sowie ein bereinigtes EBITDA (ohne Sondereffekte) von 35,8 Mio. EUR.


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