AKTUELLE PRESSEINFORMATION

Wien, am 24. November 2006

PRESSEINFORMATION NR. 5/2006

SEMPERIT-GRUPPE HÄLT WACHSTUMSKURS
KONZERNUMSATZ 1–9/2006 STIEG UM 11,3 % AUF 428,0 MIO. €

Der Industriekonzern der Semperit AG Holding übertraf im 3. Quartal 2006 die Umsatzerwartungen und bestätigte damit den erfreulichen Wachstumskurs. Für den gesamten Zeitraum seit Jahresbeginn wies der Zwischenabschluss zum 30. September 2006 eine Erhöhung des Gruppen-Umsatzes gegenüber dem Vergleichszeitraum des Vorjahres um 11,3 % auf 428,0 Mio. € aus. Das Konzernergebnis stieg um 11,5 % auf 29,3 Mio. €, das Ergebnis vor Steuern (EGT) verringerte sich dagegen um 2,3 % auf  39,4 Mio. €.

SEMPERIT AUF EINEN BLICK  

1-9 2003 1-9 2004 1-9 2005 1-9 2006 Diff. 06/05
Umsatz in Mio. € 350,7 364,8 384,6 428,0 + 11,3 %
Konzernergebnis in Mio. € 19,2 24,0 26,3 29,3 + 11,5 %
Ergebnis vor Steuern in Mio. € 33,5 40,1 40,3 39,4 - 2,3 %
Beschäftigtenstand 30.9. 5.997 5.604 6.285 6.601 + 5,0 %

Der Preisrückgang von Naturkautschuk und anderen Rohstoffen ab Mitte Juli zeigte wegen der Längerfristigkeit unserer Einkaufskontrakte noch keine positiven Auswirkungen auf unsere Einkaufspreise. Gleichzeitig behinderte die entspannte Rohstoffsituation unsere Bemühungen, bei den Kunden höhere Verkaufspreise durchzusetzen.

Hinzu kam, dass die Wettbewerbsverzerrung durch die nachteilige Relation des US-Dollar zum Euro unser hohes Exportvolumen in die Dollarmärkte beeinträchtigte und andererseits unsere Mitbewerber aus dem Dollarraum auf den europäischen Märkten begünstigte.

Um diese mangelnde Elastizität externer Kostenfaktoren auszugleichen, blieb unser besonderes Augenmerk auf kostenseitige Einsparungsmaßnahmen und die Verbesserung der Produktivität gerichtet.

PRODUKTIONSAUSWEITUNG IN ASIEN

Die Investitionen in neue und bestehende Produktionsanlagen in Asien zum Ausbau unserer Position auf den Weltmärkten schritten zügig voran. Die Installation zusätzlicher Tauchlinien in der nunmehr bereits dritten Fabrik für medizinische Handschuhe in Hat Yai, Thailand, wird im 4. Quartal abgeschlossen. In Shanghai begann die neu gegründete Konzerngesellschaft Semperflex Shanghai Ltd. Hydraulikschläuche im Probebetrieb zu produzieren und wird gegen Jahresende die reguläre Serienfertigung für die Märkte in China und in den USA aufnehmen.

Der an die Semperflex-Fabrik angrenzende Neubau der Handlauffertigung der Shanghai Semperit Rubber & Plastic Products Co., Ltd. (SRP) wird bereits maschinell ausgestattet und bis Ende Dezember d. J. den operativen Betrieb starten.

EUROPA-GESCHÄFT BEGÜNSTIGT SEMPERMED 

Im Segment Sempermed waren im Berichtszeitraum die Kapazitäten an allen Produktionsstandorten gut ausgelastet. Die Ertragslage war jedoch währungsbedingt wegen der ungünstigen Rohstoff- und Währungssituation beeinträchtigt.

Infolge der lebhaften Nachfrage im europäischen Markt konnten für die Operationshandschuhe aus der österreichischen Produktion im Stammwerk Wimpassing Preiserhöhungen durchgesetzt werden.

Die robuste Nachfrage in Europa gab auch dem Massengeschäft mit Untersuchungshandschuhen aus unserer thailändischen Produktion Siam Sempermed zusätzlichen Auftrieb. Die Exporte in die USA büßten hingegen wegen des harten Preiswettbewerbs auf dem US-Markt an Dynamik ein.

Bei Shanghai Foremost (China) limitierten Engpässe in der Energieversorgung die Fertigung von kautschukfreien Medizin- und Industriehandschuhen.

INDUSTRIESCHLAUCH-NACHFRAGE DOMINIERT SEMPERFLEX

Die Verkaufssteigerungen des Segments Semperflex wurden in den ersten drei Quartalen von den Bereichen Industrieschlauch und Elastomerplatten getragen. Am Standort Wimpassing waren die Produktionskapazitäten weiterhin gut ausgelastet. Die vorgenommenen Preiserhöhungen reichten aber nicht aus, um die Verteuerung der Rohstoffpreise wett zu machen.

Im tschechischen Werk Semperflex Optimit beeindruckte die Expansion der Industrieschlauchproduktion, während die Verkäufe von Hydraulikschläuchen auf hohem Niveau verharrten. Die italienische Konzerntochter Semperflex Roiter profitierte vor allem von der gestiegenen Nachfrage nach Spezialschläuchen und Sondergrößen in Europa. Bei der thailändischen Konzerngesellschaft Semperflex Asia stagnierte die Schlauchproduktion wegen operativer Schwierigkeiten, Marktproblemen in Fernost und Nachfrageschwächen in den USA.

SEMPERFORM PROFITIERT VON DEUTLICHER GESCHÄFTSBELEBUNG

Das Segment Semperform präsentierte sich im Berichtszeitraum gegenüber dem Vorjahr mit erfreulichen Umsatzzuwächsen in einer merklich verbesserten Position. Im Werk Wimpassing wurde die positive Umsatz- und Ertragsentwicklung von Spezialsegmenten Handlauf und Seilbahneinlageringe geprägt. Zusätzliche Projektgeschäfte stärkten das Segment Eisenbahnoberbau.

Das deutsche Gummiwerk Deggendorf verzeichnete bei anhaltend hohen Auftragseingängen eine massive Ausweitung der Geschäftstätigkeit, sodass im bisherigen Jahresverlauf die Planzahlen sowohl bei Umsatz als auch Ertrag beträchtlich übertroffen wurden. Bei Semperform Sopron (Ungarn) hielt der positive Trend seit den im Vorjahr eingeleiteten Restrukturierungsmaßnahmen an.

Die Handlauffertigung von Semperform Shanghai registrierte ein starkes 3. Quartal, das von der lebhaften Konjunktur bei der Erstausrüstung von Rolltreppen und Fahrsteigen getragen wurde.

SEMPERTRANS HÄLT DEN EXPANSIONSKURS

Das Segment Sempertrans erfüllte im Berichtszeitraum bei sehr guter Auftragslage und steter Ergebnisverbesserung die Erwartungen. Im polnischen Förderbandwerk Sempertrans Belchatow waren die Kapazitäten unter Nutzung der neu installierten 3,2m breiten Presse nahezu voll ausgelastet. Auch der französische Förderbandhersteller S.F.B.T. verzeichnete eine gute Auftragslage, wurde aber von den Kosten eines dreiwöchigen Bummelstreiks der Belegschaft im September belastet. Die indische Konzerngesellschaft Sempertrans Nirlon meldete eine massive Absatz- und Umsatzsteigerung bei über Plan liegender Ergebnisverbesserung.

BEIBEHALTUNG DES WACHSTUMSKURSES 2006 GESICHERT

Im weiteren Jahresverlauf erwartet die Semperit-Geschäftsleitung eine Verstetigung des Umsatzwachstums. Mit Preiserhöhungen bei den meisten Produktgruppen, energischen Einsparungsmaßnahmen und Produktivitätserhöhungen sollte es überdies möglich sein, eine Ergebnisverbesserung zu erreichen. Unsicherheiten gehen allerdings weiterhin von der unvorhersehbaren Preisentwicklung bei Latex und anderen Rohstoffen sowie der anhaltenden Volatilität wichtiger Währungen wie dem US-Dollar und dem Thai-Baht aus. Die Entspannung auf der Rohstoffseite sollte allmählich positiv auf die Einkaufspreise durchschlagen.

Kontaktperson

Monika Riedel
Director Group Communications and Sustainability
T +43 1 79777-620